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Leicht genug

Ein Schmetterling von vorn mit geschlossenen, steil aufgerichteten Flügeln, darüber eine Federzeichnung mit ausgebreiteten Flügeln, links die Schrift ‚Ecce Angelus‘, rechts ‚In itinere'
Zeichnung: Walter Benjamin, Skizze aus einem Brief an Gershom Scholem vom 27. Oktober 1921. Foto: Samuel / Adobe Stock

In den Monti Sibillini gesehen: Schmetterlinge navigieren in starkem Wind. Sie taumeln und kommen trotzdem voran. Wie machen sie das? Sie bestehen nicht auf Linie, behalten jedoch die Richtung im Blick und korrigieren nach Turbulenzen. Sind leicht genug dafür. Haben wenig Stabilität, finden aber rasch zurück. 

Ich denke an den Angelus Novus, über den Walter Benjamin schreibt, der Sturm habe sich in seinen Flügeln verfangen und sei so stark, dass der Engel sie nicht mehr schließen kann. Dem Schmetterling gelingt das auf seine Weise. Wird der Wind stärker, fliegt er tief, dicht über Gras und Gestrüpp, wo die Luft etwas ruhiger ist. Wird es allzu heftig, landet er. Einen Sturm kann er – mit gefalteten Flügeln selbst fast eine Linie – abwarten.