Eine Kartographie

Schwarzweiß-Aufnahme einer neblig-wolkige Vulkanlandschaft auf Teneriffa mit einem einzelnen Wanderer im Vordergrund.

Wir leben in einer Zwischenzeit. Die alten Karten stimmen nicht mehr, und die neuen sind noch nicht gezeichnet. Würde & Wolken ist der Versuch einer Orientierung, ein Journal, das zwei Sphären verbindet, die oft getrennt verhandelt werden: die Würde als das Unverhandelbare, das Recht, der Schutz, die politische Härte, die wir brauchen, um Humanität zu verteidigen; und die Wolken als das Fließende, die planetarische Verwobenheit, die Tiefenzeit, die Poesie und die Erkenntnis, dass wir – wie Bäume und Aale – Teil einer großen Wanderung sind.

Ich suche hier nicht nach schnellen Gegen-Narrativen im tagespolitischen Kampf. Ich suche nach Refugien – nach Orten und Gedanken, wo eine Sprache für die Verletzbarkeit und Ko-Bewohnbarkeit dieses Planeten entsteht.

Dieses Journal ist eine Flaschenpost. Sie kommt unregelmäßig an, immer dann, wenn ein Gedanke reif ist. Mal ist es ein Essay, mal eine Betrachtung, mal ein Bericht oder ein Gedicht.


Der Absender

Mein Name ist Andreas Lipsch. Ich habe mich viele Jahre in Diakonie und Kirche und als Vorsitzender von PRO ASYL für den unbedingten Schutz der Menschenrechte eingesetzt. Dabei habe ich immer öfter gespürt, dass wir unsere Themen weiter denken, anders verbinden und dafür auch eine Sprache finden müssen. Das versuche ich hier. Der politischen Arbeit bleibe ich verbunden. Aber hier möchte ich den Horizont erweitern und mich dem anvertrauen, was größer und weiter ist als wir.